Multifunktionale Wohnkonzepte – Gemeinsamkeiten nutzen und Flexibilität gewinnen
Die Art, wie unsere Wohnräume am Lebensort Bingenheim benötigt werden, verändert sich oft rasant. Multifunktionale Wohnkonzepte sind eine Möglichkeit, die Grenzen zwischen verschiedenen Wohnbereichen und Wohnformen aufzuheben oder zu verschieben und ein ganzheitliches, inklusives Wohnerlebnis zu schaffen.
Es bedeutet in der Planungs- und Entwicklungsphase, stets die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner, aber auch die Anforderungen der entsprechenden Sozialleistungsträger fest im Blick zu haben.
Beispiel eines bereits umgesetzten Konzepts
Grundsätzlich sind Wohnräume barrierefrei und möglichst flächendeckend rollstuhlgerecht auszuführen.
Der Begriff „barrierefrei“ ist durch die DIN 18040-2 festgelegt.
Die Anforderung „rollstuhlgerecht“ ist darüber hinaus strenger und beinhaltet die Anforderungen an „barrierefreien“ Wohnraum. Der höhere Raumbedarf für Rollstuhlfahrende ist in den sogenannten R-Anforderungen der DIN 18040-2 festgehalten.
Wohnraum für besondere Wohnformen ist über die „Ausführungsverordnung zum Hessischen Gesetz über Betreuungs- und Pflegeleistungen“ (HGBPAV) geregelt.
In der Planungsphase sind diese Anforderungen stets zu berücksichtigen, um eine bedarfsgerechte Wohnraumkonzeptionierung umzusetzen.

Fallbeispiel 1
3x 1-Zimmer Appartement
Nutzung als Gästezimmer oder Kurzzeitunterbringung für Freiwilligendienstleistende, Praktikanten mit externer Versorgung.
1x 1-Zimmer mit Küche, Bad
Nutzung für betreutes Wohnen, Mitarbeiter oder Freiwilligendienstleistende.
1x 1-Zimmer mit Küche, Bad, Abstellraum
Nutzung für betreutes Wohnen, Mitarbeiter oder Freiwilligendienstleistende mit erweitertem Platzbedarf.

Fallbeispiel 2
3x 1-Zimmer Appartement
Nutzung als Gästezimmer oder Kurzzeitunterbringung für Freiwilligendienstleistende, Praktikanten mit externer Versorgung.
1x 3-Zimmer Wohnung mit Küche, Bad, Gäste-WC und Abstellraum
Nutzung für betreutes Wohnen in Wohngemeinschaft, Mitarbeiter mit Kindern oder Freiwilligendienstleistende in Wohngemeinschaft.

Fallbeispiel 3
3x 1-Zimmer Appartement
Nutzung als Gästezimmer oder Kurzzeitunterbringung für Freiwilligendienstleistende, Praktikanten mit externer Versorgung.
1x 1-Zimmer mit Küche, Bad
Nutzung für betreutes Wohnen, Mitarbeiter oder Freiwilligendienstleistende.
2x Gästezimmer mit Bad und Garderobe
Nutzung für Gäste mit längerer Verweildauer. Ausweichwohnung für Übergangslösungen.

Fallbeispiel 4
Gruppe der besonderen Wohnformen
Kleingruppe mit 4 Bewohnerzimmern inkl. Bad, einem Wohn- und Gemeinschaftsraum, einer Küche mit Vorratsraum und einem Peronalbereich.
Umsetzung unterschiedlicher Gruppengrößen durch Zusammenschaltung mehrer Etagen.

