Planungsphase Projekt Eschenhaus 2027 ist gestartet
Projektübersicht
- Ersatzneubau Eschenhaus durch Überbauung des bisherigen Kellergeschoßes, hierdurch Vergrößerung der Grundfläche
- 20 Plätze Besondere Wohnform Erwachsene
- Haus komplett barrierefrei und rollstuhlgerecht
- Kostenschätzung Projekt: 3.950.000€
Für das Projekt konnte das Architekturbüro Geupel gewonnen werden, welches bereits das Bauvorhaben Asarjahof zusammen mit der Raphael gemeinnützige GmbH realisiert hat.
Derzeit befindet sich das Projekt in der Vorplanungs- und Entwurfsphase, konkrete Pläne und Entwürfe werden im Frühjahr 2026 erwartet. Grundsätzlich soll der Charakter des bestehenden Eschenhauses auch im Ersatz-Neubau aufgegriffen und an die Bedürfnisse und Anforderungen eines modernen Wohnkonzeptes angepasst werden.

Das Eschenhaus wurde 1974 in Betrieb genommen. Es entspricht im Wesentlichen den vor 50 Jahren geltenden baulichen Standards für Besondere Wohnformen und erfüllt in vielerlei Hinsicht nicht mehr die Anforderungen, die heute mit einer angemessenen Wohnqualität in Verbindung gebracht werden.
Der aktuelle Zustand ist mit vielen Einschränkungen und Barrieren für die dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner verbunden, die nicht länger zumutbar sind. Das Wohnen im Eschenhaus für Bewohnerinnen und Bewohner mit Mobilitätseinschränkungen stellt zunehmend ein Risiko dar und es drohen behinderungsbedingte Wohnortwechsel. Es mussten bereits Bewohner, die über viele Jahre im Eschenhaus wohnten, aufgrund ihrer Mobilitätseinschränkungen aus dem Eschenhaus ausziehen, da die baulichen Barrieren für sie ein weiteres Wohnen im Eschenhaus nicht zuließen. Dies war für die betroffene Person ein schwieriger und einschneidender Prozess.
Wir wollen und müssen zeitgemäßen und zukunftsfähigen Wohnraum für die Menschen mit Assistenzbedarf im Wetteraukreis anbieten, welcher eine gute und den heutigen Anforderungen angemessene Wohnqualität ermöglicht und für alle Menschen mit Beeinträchtigung nutzbar ist, insbesondere auch für Rollstuhlfahrende.
Überblick

Das Eschenhaus bietet derzeit Raum für 19 Bewohner des Bereichs Besondere Wohnform Erwachsene.
Trotz fortwährender Ertüchtigung und Renovierung sind, bedingt durch das Baujahr, weitere Ertüchtigungs- und Anpassungsmaßnahmen an die Vorgaben des Hessischen Gesetz über Betreuungs- und Pflegeleistungen (HGBPAV) nur durch eine grundständige Umbau- und Sanierungsmaßnahme umzusetzeten.
Diese Maßnahmen bedeuten weiterhin, dass eine Überarbeitung der Baukonzepte nach Hessischer Bauordnung (HBO), Gebäudeenergiegesetz (GEG) und relevanter Sonderbauvorschrift durch ein Erlöschen des Bestandsschutzes nötig ist.
Ersatzneubau oder Sanierung/Modernisierung?
Bereits im Jahr 2017 wurde durch ein Architekturbüro eine Bauvorplanung erstellt, welchen Umfang eine Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahme am Objekt Eschenhaus darstellen würde. Auf Grundlage der bestehenden Gebäudesubstanz würde eine Sanierungsmaßnahme den Verlust von mindesten 3 Bewohnerzimmern bedeuten. Barrierefreiheit und rollstuhlgerechte Aufteilung könnte trotzdem nicht vollständig hergestellt werden, da die einzelnen Etagen über mehrere Zwischenebenen verfügen. Eine energetische Sanierung ist nur bedingt möglich, da Sichtbetonelemente und in den Aussenbereich durchlaufende Geschossdecken als Kältebrücken bestehen bleiben. Fassadendämmung und eine dichte Gebäudehülle wurden langfristig zu einer Schimmelproblematik führen.

Nach 50 Jahren Betrieb ist eine Komplettsanierung des Daches, der Fenster und der kompletten Haustechnik erforderlich. Mit den stetig strenger werdenden Auflagen durch Bauvorschriften hinsichtlich energetischer Sanierung und allem voran der Zielsetzung, unseren Bewohnern einen dauerhaften, nachhaltigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist die Entscheidung zu Gunsten eines Ersatzneubaus gefallen.
Zum Vergleich: Die Kostenschätzung für die Sanierung des Bestandshauses beläuft sich auf 3,08 Millionen Euro. Bei der Sanierung würde die Platzzahl, durch die Anpassung an die Ausführungsverordnung zum Hessischen Gesetz über Betreuungs- und Pflegeleistungen (HGBPAV), von 19 auf 16 reduziert. Bei 16 zukünftigen Plätzen, würde die Sanierung somit 192.500 Euro pro Platz kosten. Dies sind 78% der geplanten Ersatzneubau-Kosten für 20 Plätze.
Der Ersatzneubau würde pro Platz 197.000 Euro kosten. Die relativen Sanierungskosten pro Platz betragen somit 98% der relativen Ersatzneubaukosten pro Platz. Dies verdeutlicht nochmals, dass der Ersatzneubau wirtschaftlich angemessen ist.
